Die Vorlesung führt in zentrale Gegenstände, Modelle und Fragestellungen der Lesedidaktik mit besonderem Blick auf die Grundschule ein. Lesen wird dabei nicht auf Dekodieren oder Textverstehen reduziert, sondern sukzessive als kognitiver, entwicklungsbezogener, diagnostischer, sozialer, kultureller, literarisch-ästhetischer und multimodaler Prozess erschlossen.
Ausgehend von grundlegenden Modellen und Prozessen des Lesens führt die Vorlesung über Schriftspracherwerb und Entwicklung, Diagnostik, Kompetenzmessung und Förderung zu Lesemotivation und Lesesozialisation. Daran schließen Perspektiven auf Reading Literacy und literarisches Lesen sowie auf multimodale, bildliche und audiovisuelle Formen des Verstehens an. Den Abschluss bilden Lesepraktiken unter Bedingungen von Digitalität und generativer KI.
Die Grundschule bildet dabei durchgehend den didaktischen Bezugspunkt. Gefragt wird jeweils, welche Anforderungen unterschiedliche Formen des Lesens an Kinder stellen, wie sich Leseprozesse entwickeln, beobachten und fördern lassen und welche Konsequenzen sich daraus für einen fachlich begründeten Deutschunterricht ergeben.
Die Vorlesung folgt damit einem kumulativen Aufbau: Lesen verstehen → Lesen lernen → Lesen diagnostizieren und systemisch messen → Lesen fördern und sozialisieren → literarisch und multimodal lesen → Lesen unter Bedingungen von Digitalität und KI.
- Dozent/in: Nathalie Kónya-Jobs