Das Weihnachtsoratorium Johann Sebastian Bachs zählt zu den populärsten Kompositionen des Leipziger Thomaskantors. Es hat eine eigene, verzweigte Geschichte, die zwischen Parodie und Originalität changiert. Gegenwärtig wird es neben traditionellen Performance‑Formaten im Konzertsaal und in der Kirche auch als Mitsing‑Veranstaltung, in WG‑, Haus‑und Wohnzimmerkonzerten sowie in verschiedenen niedrigschwelligen und hybriden Formaten zur Aufführung gebracht. Nicht zuletzt sorgte die Fernsehproduktion „Bach – Ein Weihnachtswunder“ (ARD) für eine erneute Steigerung der medialen Präsenz; zugleich ist die Rezeption dieser Verfilmung Gegenstand kontroverser Diskussion in der Bach-Forschung. Dieses Seminar verfolgt das Weihnachtsoratorium durch die Jahrhunderte, erforscht seine Entstehung, Überarbeitung und Rezeption und besucht mindestens eine Aufführung. Ziel des Seminars ist die Entwicklung und Durchführung einer „Musikflur‑Performance“ des Weihnachtsoratoriums.