Sprache ist nicht nur das wichtigste Medium zur Bewältigung kommunikativer Aufgaben im Alltag, zum Austausch von Informationen oder zur Reproduktion von sozialen Ordnung. Sprache ist auch das Medium, um Einfluss auf das Denken, Handeln und Fühlen von Menschen oder ganzen Bevölkerungsgruppen zu nehmen. Doch wie ist das möglich? Welche Formen und Praktiken der sprachlichen Einflussnahme lassen sich beobachten und wie kann man sich gegen (ungewollte) Einflussnahmeversuche zur Wehr setzen? – Gegenstand des Seminar ist zunächst eine Einführung in den strategischen Gebrauch von Sprache und anderen kommunikativen Zeichen in öffentlichen Diskursen sowie Momentaufnahmen gegenwärtiger Diskursforschung: von wirkmächtigen Symbolen über Freund-Feind-Begriffe, von grammatischen Strukturen der Täter-Opfer-Perspektivierung über Argumentationsmuster bis hin zu Schlagbildern, Memes und dem Einsatz von „KI“-generierten Bildern und ihre Einbindung in Werbekampagnen oder Kriegspropaganda. Nach der Besprechung von Grundlagen der Kapagnentheorie gehen wir im zweiten Teil des Seminars in die Praxis über: Sie sollen selbst eine linguistische Kampagne entwerfen und im Seminar zur Diskussion stellen. Zur Vorstellung der Ergebnisse ist auch ein (teilnahmepflichter) Blocktag am 09.01.2026 vorgesehen.