Der Begriff Geschlechterordnung wird seit 2024 im Sinne eines erziehungswissenschaftlich zu analysierenden Machtverhältnisses im Kerncurriculum der Erziehungswissenschaft genannt, welches die Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft verantwortet. Zusammen mit Generation gehört Geschlecht nun zu den Grundbegriffen der Disziplin. Da dies ein Novum darstellt, kann eine Einführungsveranstaltung zur erziehungswissenschaftlichen Geschlechterforschung fragen: Warum? In welcher Konstellation stehen die Begriffe Erziehung, Bildung und Geschlecht zueinander? Inwiefern forscht und lehrt die Erziehungswissenschaft dabei geschlechtertheoretisch?

Die Veranstaltung entfaltet diesen Zusammenhang über die Auseinandersetzung mit den Begriffsbestimmungen von Angewiesenheit, Sorge, Generativität, Immanenz im Verhältnis zur Transzendenz und der (mütterlichen) Autorität im Generationenverhältnis. Über die historisch vermittelnde Lektüre von Texten der ersten und zweiten Frauenbewegung sowie aktuellen Studien zur Geschlechtertheorie der Erziehungswissenschaft wird entfaltet, worin sich im Geschlechtervertrag der bürgerlichen Gesellschaft Erziehung und Bildung treffen. Der rote Faden im Hintergrund wird die Frage sein, inwiefern Sexualität und Subjektivität notwendig miteinander verwoben sind. Wie sich der untersuchte Zusammenhang post-bürgerlich und nach den Transformationen der Frauenbewegungen verschoben hat bzw. verschieben könnte, soll Ausblick der Veranstaltung werden.