Der Umgang mit Heterogenität wird als zentral im Kontext der Grundschule gehandelt und spiegelt sich nicht zuletzt im Verständnis wider, eine Schule für alle Kinder zu sein (z.B. Heinzel & Parade 2020). Gleichzeitig bricht sich dieser Anspruch in der schulischen Herstellung von Differenz, die sich in Übergangsentscheidungen manifestieren und in Benachteiligungen von Bildungskarrieren perpetuieren (Machold & Wienand 2021; Gomolla & Radtke 2002). Das Seminar nimmt die Vielfalt von Lernvoraussetzungen, Lebenslagen und Bildungsbiografien als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der Primarstufe, mit Dynamiken der (Re-)Produktion sozialer Ungleichheit in Bildungseinrichtungen sowie damit verbundenen Anforderungen an eine professionelle Handlungspraxis. Im Anschluss daran sollen Modelle und Konzepte zur Ausgestaltung von Unterricht und Leistungsbewertung in Hinblick auf die Heterogenität von Adressat:innen und Lerngruppen kritisch diskutiert und (weiter-)entwickelt werden.