Lernergebnisse: Studierende interpretieren und analysieren wesentliche Aspekte musikpädagogischer Musik. Sie kontextualisieren ihre Ergebnisse sowohl vor ihren historischen Hintergründen als auch mit kritisch-reflektivem Blick auf gegenwärtige Musizierpraktiken und präsentieren diese.

Lehr-/Lerninhalte: Zahllose Sing- und Spielmusiken transformierten die Hausmusik des Bürgerbildungshaushalts des 19. Jahrhundert in den Anfängen des 20. Jahrhunderts nicht nur in einen publikationsintensiven Absatzmarkt von Bearbeitungen bestehender Kompositionen und Neuschöpfungen von diverser Qualität, sondern rückten diese Art eines auf Musizierpraxis orientierten Musikunterrichts für lange Zeit in den Vordergrund. Eingebettet in die Jugendmusikbewegung und nach 1945 in die so genannte Musische Erziehung sollten Schülerinnen und Schülerinnen über dieses Genre singend und spielend zugleich an die „Werke großer Meister“ herangeführt werden. In diesem Seminar widmen wir uns spielend und reflektierend diesem Genre, kontextualisieren es in seinen historischen Umgebungen der 1920er Jahre, des Nationalsozialismus und der 1950er Jahre und kontrastieren es mit dem seit Beginn des 21. Jahrhunderts verbreitetem Format des Klassenmusizierens.

Es wird erwartet, dass Sie mit einem oder mehreren Instrumenten an diesem Seminar aktiv teilnehmen. Am Ende des Seminars soll eine „Musikpädagogische Zeitreise“ stehen, d.h. eine hochschulöffentliche Präsentation von ca. 60 mit Texten und Musiken.