Das Seminar widmet sich den zentralen Thesen des Buches von Graebner und Wengrow, das klassische Fortschrittsnarrative von den „Urgesellschaften“ zur staatlich organisierten Moderne hinterfragt, die unser westlich-europäisches Geschichtsbild bis in die Gegenwart prägen. Anhand ausgewählter Textpassagen diskutieren wir die scheinbar universale Gültigkeit europäischer Kategorien wie Freiheit, Ungleichheit und Herrschaft, setzen uns mit dem Verhältnis von Urbanität und Staatlichkeit auseinander und hinterfragen etablierte Vorstellungen von der „landwirtschaftlichen Revolution (Übergang vom Jagen und Sammeln zum Ackerbau) vor dem Hintergrund außereuropäischer Perspektiven. Ziel der Veranstaltung ist es über die Möglichkeiten zu reflektieren, vormoderne Gesellschaftsgeschichte(n) aus einer globalen Perspektive neu zu erzählen. Die Bereitschaft zur intensiven Textlektüre ist zwingende Voraussetzung für die Teilnahme.