Kaum ein Begriff der Ästhetik ist so schillernd und ambivalent wie der des Grotesken. Bezeichnete er in seiner ursprünglichen Verwendung einen bestimmten Malstil (benannt nach römischen Höhlenmalerei aus der Antike zu 'grotta'), so gewinnt das Konzept über die Künste hinweg ein Eigenleben als ästhetisches Grenzphänomen. Das Groteske verbindet dabei Elemente des Komischen und Schaurigen, des schlechthin Widersinnigen miteinander.
Wir wollen im Seminar gemeinsam Texte lesen (Sekundär- wie Primärliteratur) und der Faszination des Grotesken als einer (auch frühneuzeitlichen) Umkehrfigur nachspüren. Der Fokus der Betrachtungen wird auf der Vormoderne liegen.