Das Seminar untersucht digitale Diskurse als umkämpfte Räume von Deutungshoheiten, Macht und Sichtbarkeit. Im Fokus stehen Fragen danach, wer sprechen kann, wer gehört wird und wie Politik, Moral und Wissensordnungen in digitalen Medienkulturen produziert, sanktioniert und instrumentalisiert werden. Theoretische Bezugspunkte bilden unter anderem Überlegungen zu Subalternität, Stimme/Mitsprache sowie Polyvokalität, Repräsentation sowie Agonistik (u.a. Ahmed, Carpentier, Couldry, Mouffe, Spivak). Ergänzend arbeiten wir mit kultursoziologischen und medienkulturwissenschaftlichen Ansätzen, um Spannungen, Ambivalenzen und Widersprüche digitaler Öffentlichkeiten analytisch fruchtbar zu machen. Weiterhin dienen uns feministische Zugänge als kritisches Instrument zur Analyse von Machtverhältnissen, Affekten und normativen Setzungen. Anhand aktueller, eigenständig zu erarbeitender Fallbeispiele (z.B. aus Social Media, Plattformkulturen oder öffentlichen Kontroversen) werden die Potenziale und Grenzen kultursoziologisch orientierter Forschung und Medienanalysen aufgezeigt.