
Was bedeutet eigentlich Sartres Formulierung „die Existenz geht der Essenz voraus“? Warum ist laut Camus Sisyphos, der immerzu einen Felsen den Hügel hinaufrollen muss, dennoch als glücklich anzusehen? Und was meint Beauvoir damit, dass eine Frau nicht als Frau geboren, sondern erst zu ihr gemacht wird?
In diesem Seminar wollen wir uns mit zentralen Denkfiguren der existentialistischen Philosophie auseinandersetzen und uns auch einige der wichtigsten literarischen Werke dieser drei Hauptvertreter der philosophischen Strömung behandeln – wiewohl Camus eine Zuordnung zum Existentialismus stets zurückgewiesen hat. Da dessen Roman L'Étranger kürzlich erneut verfilmt wurde (F: François Ozon, 2025), werden wir die Gelegenheit ergreifen und Text und Film miteinander vergleichen.
Zu Beginn der Vorlesungszeit werden die wöchentlich zu erarbeitenden Texte in französischer sowie deutscher Sprache hochgeladen. Besprechen werden wir folgende Werke bzw. Auszüge daraus:
Beauvoir, Simone de. 1949. Le Deuxième Sexe. Paris: Gallimard. Deutsche Ausgabe: Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau. Erstes Buch: Fakten und Mythen. Zweites Buch: Gelebte Erfahrung. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
Beauvoir, Simone de. 1954. Les Mandarins. Paris: Gallimard. Die Mandarins von Paris. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
Camus, Albert. 1942. L’Étranger. Paris: Gallimard. Deutsche Ausgabe: Der Fremde. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
Camus, Albert. 1942. Le Mythe de Sisyphe. Paris: Gallimard. Deutsche Ausgabe: Der Mythos von Sisyphos. Ein Versuch über das Absurde. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
Sartre, Jean-Paul. 1939. L'Enfance d'un Chef. Paris: Gallimard. Deutsche Ausgabe: Die Kindheit eines Chefs. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
Sartre, Jean-Paul. 1943. L’Être et le Néant. Paris: Gallimard. Deutsche Ausgabe: Das Sein und das Nichts. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
Sartre, Jean-Paul. 1945. Huis clos. Paris: Gallimard. Deutsche Ausgabe: SGeschlossene Gesellschaft. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
Sartre, Jean-Paul. 1946. L’Existentialisme est un humanisme. Paris: Nagel. Deutsche Ausgabe: Der Existentialismus ist ein Humanismus. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
Zur Vorbereitung empfiehlt sich die Lektüre von Sartres Erzählung L'Enfance d'un Chef / Die Kindheit eines Chefs, die wir im Kurs besprechen werden.
Darüber hinaus sind folgende Werke als Einführungen in den Existentialismus geeignet:
Bakewell, Sarah. Das Café der Existenzialisten: Freiheit, Sein und Aprikosencocktails : mit Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir, Albert Camus, Martin Heidegger, Edmund Husserl, Karl Jaspers, Maurice Merleau-Ponty und anderen. Übers. von Rita Seuß. 1. Aufl. Bd. 6303. München: C.H. Beck, 2018.
Flynn, Thomas R. Existenzialismus: eine kurze Einführung. Wien: Turia + Kant, 2008.
Galle, Roland. Der Existenzialismus. 1. Aufl. Paderborn: W. Fink, 2009.
- Dozent/in: Cora Rok