
Während die Anforderungen an Eltern hoch sind und das Engagement ressourcenstarker Väter und Mütter kontinuierlich an Bedeutung gewinnt („Intensivierung von Elternschaft“) verschärft sich zugleich die soziale Ungleichheit von Familien. In besonderer Weise lassen sich diese Phänomene anhand der Lebensrealität von Familien mit Eltern(teilen) mit Behinderungen rekonstruieren, welche von Benachteiligungen auf unterschiedlichen Ebenen geprägt ist.
Im Rahmen des Seminars setzen wir uns mit den Lebenslagen von Familien mit Behinderungserfahrungen auseinander. Dabei geht es speziell um Familien mit Eltern, denen eine sogenannte ‚geistige Behinderung‘ zugeschrieben wird. Die Folgen dieser Zuschreibung entfalten Wirkmacht in allen Lebensbereichen und spitzen sich vor dem Hintergrund von Familienleitbildern wie der „verantworteten Elternschaft“ insbesondere im Bereich der Familie zu.
Neben der Auseinandersetzung mit grundlegenden theoretischen Inhalten und empirischen Erkenntnissen, liegt ein wesentlicher Schwerpunkt des Seminars in der gemeinsamen Interpretation von empirischem Material (angelehnt an die Dokumentarische Methode). Dabei werden wir uns den Erlebensperspektiven von Eltern und Kindern anhand von Interviewauszügen nähern. Im Fokus stehen dabei insbesondere ihre Bewältigung von Armutserfahrung, Stigmatisierung und Besonderung und ihr Umgang mit professioneller Hilfe und Kontrolle.
Außerdem kommen wir ins Gespräch mit einem Vater und einer erwachsenen Tochter von Eltern mit Behinderung, welche unser Seminar als Gäste bereichern werden.
- Dozent/in: Miriam Düber