Die Sauberkeit findet sich im Alltag beim Wohnungsputzen. Da stellen sich schon die ersten Fragen: Wir sagen zwar, wir "putzen den Dreck weg" aber ganz offensichtlich verschwindet der Dreck nicht, sondern ist jetzt in unserem Putzwasser: Dreck, das ist "Matter out of place" (James) und wir arbeiten vor allem daran, den Dreck woanders hin zu bewegen. Eltern, Putz-influencer*innen und WG-Mitbewohner*innen machen Vorschläge oder Vorgaben dazu, wie das geschehen soll.

Aber auch an anderen Orten findet sich Sauberkeit: An der Uni sollen Argumente sollen sauber sein und Kategorien nicht vermischt, die ganze Moderne ist ein andauerndes Putzen der Konzepte. Glaubensgemeinschaften haben eigene Vorstellungen der Reinheit und Riten zur Reinigung. Autoritäre politische Bewegungen nutzen "Reinheit" als Metapher zur Einigung und Ausgrenzung.

Wir beschäftigen uns mit Putzen und Dreck im direkten wie im übertragenen Sinne.

Was erwartet Teilnehmer*innen?

  • Lesen von Texten zu Sauberkeit, Putzen, Reinheit...
  • Praxis: Selber was putzen, natürlich
  • Diskutieren und Forschen: Was verkaufen uns Putzfluencer? Wer gilt als Sauber? Wohin geht der Schmutz?

Literatur

  • Karafyllis, N.C., 2014. Putzen als Passion: Ein philosophischer Universalreiniger für klare Verhältnisse, 1st ed. ed. Kulturverlag Kadmos, Berlin.
  • ​Douglas, M., 2005. Purity and danger: an analysis of concept of pollution and taboo, Routledge classics. Routledge, London ; New York.
  • Abbott, A., 1988. The System of Professions: An Essay on the Division of Expert Labor, First edition. ed. University of Chicago Press, Chicago.
  • Lloyd, G., 1993. The man of reason: ”male” and “female” in Western philosophy, 2nd ed. ed. University of Minnesota Press, Minneapolis.
  • Latour, B., 2008. Wir sind nie modern gewesen - Versuch einer symmetrischen Anthropologie, 1. ed. Suhrkamp, Frankfurt am Main.