Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz sei auch eine „Bilderfabrik“, schreibt der Bildhistoriker Gerhard Paul und macht damit auf ein Paradoxon aufmerksam: Die Ungeheuerlichkeit der Massenvernichtung verbiete jede bildliche Repräsentation, lautet ein wirkmächtiges Diktum in den Diskursen der Nachgeschichte der Shoah. Gleichzeitig gibt es eine Fülle von Bildern, Fotografien und Filmen, die den Genozid an den europäischen Jüdinnen und Juden dokumentieren, Geschichten darüber erzählen und Erinnerung wachhalten. Im 80. Jahr nach Ende des Zweiten Weltkrieges beschäftigt sich das Seminar mit diesem Spannungsfeld aus Abbildverbot und Erinnerungsgebot. Neben der Lektüre von einschlägigen Texten aus Philosophie, Kunst und Literatur, die über die Darstellbarkeit der Shoah reflektieren, werden ausgewählte Medienprodukte – zeitgenössische und aktuelle – analysiert. Besprochen werden ikonische Fotografien ebenso wie filmische Meilensteine, Comics, Social Media Projekte und Spiele.