Der augusteische Prinzipat gehört wie etwa das europäische 19. Jahrhundert zu den zentralen Zeitaltern der Geschichte, weil sich in ihnen zahlreiche Tradi­tions­linien bündeln, um für die folgende Zeit maßgeblich Kultur und Gesell­schaft sowie politische Idee und politisches Handeln zu bestimmen.

Zugleich ist die Quellenlage für die frühe römische Kaiserzeit ausgesprochen günstig. Es lassen sich quellenkritische und methodische Fragen an den ver­schie­densten Quellengattungen exemplifizieren. Es sind neben den litera­rischen Quellen, zu denen auch die Gesetzgebung zählt, in großer Zahl Inschrif­ten, Münzen und Bauwerke auf uns gekommen, die es erlauben, einen Gegen­stand aus den verschiedensten Blickwinkeln heraus zu untersuchen.