Konstantin der Große ist eine Schlüsselfigur der Vormoderne. Seine Verlegung der Hauptstadt des Imperium Romanum nach Byzantion, das fortan Konstantinopel hieß, ist von zentraler Bedeutung für die Entwicklung Europas und vor allem für das Bestehen vopn Byzanz während des Mittelalters.

Das war der mittelalterlichen Nachwelt klar und vor allem für die politische Ordnung des Westens und seine politischen Ideen von einiger Bedeutung. So konnte Rom zu einem Bezugspunkt für eine völlig neue universale politische Ordnung werden, die wesentlich aus dem Papsttum und einem völlig anders gearteten (mittelalterlichen) Kaisertum besteht. 

Sowohl für das späte römische Reich als auch für die mittelalterliche Welt von mindestens ebenso großer Bedeutung ist die Tatsache, daß Konstantin als erster christlicher römischer Kaiser diese neue Religion massiv förderte. Das führte dazu, daß sich die Vorstellung von einer Einführung des Christentums als Staatsreligion während des Mittelalters immer wieder auf Konstantin bezog.

Das sind nur zwei wesentliche Momente der Herrschaft Konstantins und ihres Nachlebens, die neben anderen Thema der Veranstaltung sein werden.

Das Seminar soll Einsichten vermitteln über die Zusammenhänge zwischen der alten und der mittelalterlichen Welt, aber auch über ihre strukturellen Unterschiede, und so dem Verständnis  grundlegender Fragen beider Epochen dienen. 

 

Literatur

Costantino il Grande dall'Antichità all'Umanesimo, hg. v. Giorgio Bonamente und Franca Fusco, 2 Bde., Macerata 1992 und 1993

Konstantin der Große / Imperator Caesar Flavius Constantinus, Ausstellungskatalog Trier, hg. v. Alexander Demandt und Josef Engemann, Trier 2006

Konstantin der Große. geschichte - Archäologie - Rezeption, hg. v. Alexander Demandt und Josef Engemann, Trier 2006

Dörries, Hermann: Das Selbstzeugnis Kaiser Konstantins, Göttingen 1954 (Quellen)