Das Ende des römischen Königtums gilt als Beginn einer Republik, die unter der Bezeichnung „res publica" namengebend für die modernen Republiken und in ihrer inneren Verfassung paradigmatisch ist für eine politische Ordnung, die zwischen demokratischen und monarchischen Ordnungsmodellen liegt. Die Römische Republik basiert - und da ist der Wortsinn lebendig - auf der Mitwirkung ihrer Bürger und kennt trotz der Argumentation ihrer Befürworter gegenüber einer neuen Monarchie eigentlich keine stabile Form, sondern ist beständigen Veränderungen unterworfen. Dennoch bestand diese politische Form in Rom über 500 Jahre und ermöglichte es dem Stadtstaat, zu einem beherrschenden Faktor im Mittelmeerraum zu werden. Wir werden die innere Geschichte dieses politischen Systems von der reinen Adelsherrschaft bis zur Durchsetzung von Plebisziten zur alternativen Gesetzgebung im Jahr 287 mit der Lex Hortensia verfolgen und an Hand der Quellen versuchen, zu einem konsistenten Bild zu gelangen, das aber nur zu geringen Teilen, nämlich wesentlich den archäologischen, auf unmittelbar zeitgenössischen Quellen beruht. Dabei werden wir vor allem in methodischer Hinsicht zu exemplarischen und auch grundlegenden Fragen der Quellenbewertung kommen, deren Beantwortung am Ende der Veranstaltung zu grundsätzlichen Einsichten führen soll, die sowohl die Quellenbewertung, als auch die Analyse gesellschaftlicher und politischer Systeme und die Bewertung von Ergebnissen der Geschichtswissenschaft selbst betreffen. |
- Dozent/in: Jürgen Strothmann