Digitale Medientechnologien/-anwendungen stehen aufgrund ihrer vielfältigen Möglichkeiten der Transformation, der Konvergenz und Hybridität hoch im Kurs. Zugehörige Medienpraktiken sind so selbstverständlich im Alltag, dass ihre mediensoziologische Analyse oftmals herausfordernd ist. Der Umgang mit ihnen muss immer in Beziehung zu ihren Affordanzen und Infrastrukturen betrachtet werden. Von Interesse sind wiederkehrende Handlungsmuster im Umgang mit spezifischen Medien, d.h. Routinen und Muster. Das soziale Handeln mit Medien ändert sich im Laufe der Zeit, weil Medien(technologien) sich weiterentwickeln und Menschen vielfältige Entwicklungsaufgaben zu bewältigen und mitunter lebensphasenspezifisch andere Bedürfnisse haben. Im Seminar wird zunächst in ausgewählte Identitäts- und Sozialisationstheorien eingeführt, die mediatisierte Gesellschaft/Digitalisierung mitdenken. Es wird anhand ausgewählter sozialer Phänomene gezeigt, wie sich Medienpraktiken darstellen, wem sie wie in Bezug auf die Selbstwerdung, Entwicklungs- und Alltagsbewältigung nutzen. Erkenntnisleitende Fragen sind u.a.: Welche Bedeutung kommt welchen digitalen Medientechnologien in Bezug auf politische Teilhabe zu? Welche Medienpraktiken (re-)präsentieren welche Geschlechterordnung und dienen dem Impression Management? Welche Folgen haben welche Arten des digitalen Erzählens und Widersprechens für die Identität? Welche Rolle spielen mediale Vorbilder für die Konstruktion einer Identität? Wie werden Menschen in smarten Umgebungen sozialisiert?
- Dozent/in: Christina Dornseifer
- Dozent/in: Dagmar Hoffmann