Freud war nicht nur ein Analytiker individueller Ticks, Verdrängungen und Sublimierungen. Zur Psychoanalyse gehört auch eine Kulturtheorie, zum einen, weil sich in Freuds Praxis auf der Wiener Berggasse die ganze Menschheitsgeschichte auf die Couch legen sollte, zum anderen, weil nur so die Bedingungen der individuellen psychischen Situation bestimmt würden. Im Seminar soll es deshalb um den Kulturwissenschaftler Freud gehen - um seinen Blick auf Geschichte, Zivilisation, Religion. Dafür lesen wir "Totem und Tabu", "Der Mann Moses und die monotheistische Tradition", "Eine Teufelsneurose im siebzehnten Jahrhundert" sowie einen Teil der "Traumdeutung".  Diese Lektüren sollen uns zu verstehen helfen, wie sich bei Freud Psychoanalyse und Geschichte zueinander verhalten.