Ebenso wie die Aushandlung der Grenze zwischen Kultur und Natur ist die vertikale Grenzziehung zwischen Leben und Tod für menschliche Gemeinschaften maßgeblich. Sie bedeutet aber nicht nur eine Ausschließung, sondern auch eine besondere Einschließung des Nicht-mehr-Lebendigen (oder des Noch-nicht-Lebendigen) als Ressource. Diese Ressource wird definiert und verfügbar gemacht durch Medien, zu denen auch Rituale und ihre Werkzeuge gehören. Die Vorlesung will versuchen, Totenkulte als Medien auf ihre kulturelle Produktivität hin zu befragen – von den Totenbildern der Fayoum über die mediumistischen Totenbefragungen bis hin zum Digital Afterlife.
- Dozent/in: Ulrich van Loyen