Das Paradigma, dass Musik emanzipatorisch sei, ist fest eingeschrieben in unseren alltäglichen Diskurs. Doch woher kommt diese Idee? Und wer emanzipiert sich von wem? Und vor allem: wie und mit welchen Mitteln? Vielleicht ist die Vorstellung der emanzipatorischen Kunst doch nur ein Allgemeinplatz, wie Ruth Sonderegger schreibt (2019) und gehört fern sämtlicher Genie- und Meistererzählungen eigentlich auf den Prüfstand. Im Seminar werden anhand von Beispielen sog. klassischer Musik aus Vergangenheit und Gegenwart emanzipatorische Politiken und Praktiken untersucht; dazu gehören musikalische Inhalte einzelner Werke ebenso wie gesellschaftliche Prozesse und institutionelle Dimensionen. Es ist geplant, eine*n Komponist*in zu einer Sitzung einzuladen um gemeinsam ins Gespräch zu kommen.