Die Forschungsstelle „Populäre Kulturen“ wird im WS 18/19 unter dem Titel "Bestseller - Blockbuster - Triple A: Die populärsten Titel“ eine zentrale These der gemeinsamen Arbeit thematisieren: Die empirische, quantitative Dimension des Populären: 

Populär ist, was Beachtung findet, und die Beachtung wird nicht nur gemessen, vielmehr werden auch die Resultate dieses Messens wiederum so kommuniziert, dass auch dafür Beachtung gefunden oder verfehlt wird. Zum Beispiel werden Bücher in Bestsellerlisten gerankt, und diese Bestsellerlisten finden wiederum nicht alle die gleich Beachtung, sondern sind mehr oder minder populär (etwa eine Bestsellerliste im Spiegel, auf Amazon oder in einer Schülerzeitung). Diese rekursiven Mechanismen der Erhebung und Inszenierung von Popularität kann man nicht nur auf dem Buchmarkt, sondern bei Ausstellungen und Theatern, Filmen und Serien, Computerspielen und digitalen Plattformen, Universitäten und Religionsgemeinschaften beobachten. Bei Twitter wird diese Beachtung laufend annonciert (Likes, Retweets). Es scheint sich hier um ein Verfahren zu handeln, das alle Sektoren der Gesellschaft, von der Kunst bis zur Wissenschaft, von der Wirtschaft zur Religion, von der Politik bis zu den social media umfasst und sich massiv auswirkt: Es ändert die Einschätzung eines Werkes, einer Ware, eines Politikers, einer Wissenschaftlerin, eines Unternehmens, wenn man weiß, dass sie, er, es in einem Ranking ganz vorne oder auch ganz hinten liegt. Was zuvor eine Publikation war, ist nun ein Bestseller; was zuvor ein witziger Hashtag war, ist nun ein „trending topic“. Als Bestseller, Blockbuster oder Triple A gerankt zu werden, zeitigt also Folgen für die weitere Beachtung, Wertschätzung, Einordnung und weitere Thematisierung der Sache. 

Die Ringvorlesung wird von Prof. Dr. Angela Schwarz und Prof. Dr. Niels Werber veranstaltet.