
„Bitte hinten anstellen!“ - - Lohnt sich dieser Einsatz für diese soziale Norm? Wer so nach sozialer Ordnungsbildung fragt, hat sich schon auf einen Theorieansatz (individueller Nutzenkalkulation und -maximierung) festgelegt. Das Seminar erkundet Theorierepertoires, die dem ahistorischen Anspruch des „methodologischen Individualismus“ widerstreben. Es bleibt beim Beispiel der Warteschlange, um exemplarisch theoretische Mehrsprachigkeit einzuüben. Voraussetzung ist die Bereitschaft, ungewöhnlich lang bei einem sehr alltäglichen Phänomen zu bleiben und hochauflösenden Beschreibungen nachzugehen. Mehrere Seminartexte sind nur in englischer Sprache verfügbar.
Studienleistung (Anforderungen)
Drei Kommentare zu drei Seminartexten à jeweils 3 Seiten Fließtext, einzusenden jeweils spätestens drei Tage vor der LV (Montag 13 Uhr) per E-Mail an den Dozenten. Format: Zeilenabstand 1,5, Schriftart Arial 11pt./Times 12 pt.; bitte streng nach folgendem Schema benannte pdf-Dateien: „[Ihr] Nachname_Vorname_Datum_Nachname [Autorin oder Autor des Seminartextes]“. Beispiel: „Potthast_Jörg_2027/1/24_Fuller.pdf“. Ausschnitte dieser Zusendungen werden im Moodle-Kurs allen TN zugänglich gemacht.
Die Kommentare orientieren sich an folgenden Fragen:
1. (a) Wofür reklamiert der Beitrag Originalität? Bitte ausführen! (b) Wie schätzen Sie diese Originalitätsforderung ein? Bitte begründen!
2. (a) Wie stellt der Beitrag eine stichhaltige (für die Bezugsdisziplin relevante) Argumentation sicher? Bitte beschreiben! (b) Schätzen Sie den Beitrag als traditionsbewusst ein? Bitte begründen!
3. (a) Inwiefern verpflichtet sich der Beitrag einer gründlichen Vorgehensweise? Bitte beschreiben! (b) Zu welcher Einschätzung kommen Sie dazu? Bitte begründen!
Anmerkung: Diese Anleitung ermutigt Sie, Ihre Urteilsfähigkeit zu strukturieren und zu üben. Bitte orientieren Sie sich ausschließlich an den genannten Kriterien – und nicht an Kriterien, die vermeintlich sozial erwünscht sein könnten. (Lies: Nicht nur Lob ist zulässig.) Da die drei Fragen auf drei unabhängige Dimensionen wissenschaftlicher Qualität verweisen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein Beitrag in allen drei Hinsichten „exzellent“ ist. Ob Sie einen Beitrag in einer (oder in mehreren der) der genannten Dimensionen als sehr (oder als weniger) gelungen einschätzen: Bitte unterfüttern Sie Ihr Lob (wie Ihre Kritik). Dazu sollten Sie (kurze) O-Töne aufgreifen (mit Seitenzahl zitieren) und diskursiv verarbeiten (paraphrasieren, den Status als „Schlüsselzitat“ begründen, usw.).
Prüfungsleistung (Anforderungen)
Die Seminartermine am 21.1. und 28.1.27 sind für mündliche Prüfungen reserviert. Vorbereitung: Bitte fragen Sie bis spätestens 15.12.26 einen Prüfungstermin an. Basis für die Prüfung ist ein Thesenpapier (1 Seite, Fließtext). Das Thesenpapier stellt in eigenständiger Weise Bezüge zu (mindestens) zwei Seminartexten her. Es verpflichtet sich einer nachvollziehbaren und gründlichen Vorgehensweise. (Insofern entspricht es jenen drei Kriterien, die oben zur Anleitung der Kommentare/SL benannt sind.) Bitte einsenden im pdf-Format, spätestens eine Woche vor dem vereinbarten Prüfungstermin. Prüfungsgespräch: Für die Prüfung sind 25 Minuten angesetzt. Sie eröffnen die Prüfung mit einem Kurzvortrag (3 Minuten). Zur Prüfung dürfen Sie keine Mitschriften usw. mitbringen. Die Note wird Ihnen direkt im Anschluss an die Prüfung mitgeteilt. Dazu berate ich mich mit der Protokollantin, die in der Regel ebenfalls prüfungsberechtigt ist und auch Fragen stellen kann. Terminproblem? Ersatz- oder Ausweichtermine sind nicht vorgesehen. Sollte die Prüfung am vereinbarten Termin nicht zustande kommen, muss ich Sie bitten, eine schriftliche Seminararbeit anzufertigen, in die Vorarbeiten (etwa das Thesenpapier) einfließen können. Abgabe spätestens 30.3.27 (pdf-Dokument per E-Mail an den Dozenten). Format nach den üblichen Vorgaben, d.h. 12-15 Textseiten bei Arial 11pt oder Times 12pt, Zeilenabstand 1,5. Bitte achten Sie auf eine vollständige und einheitliche Zitierweise. (Es gibt keine Vorgaben zum Zitationsstil.)
- Dozent/in: Jörg Potthast