Aristoteles' „Physik“ ist einer der wichtigsten und einflussreichsten Texte in der Geschichte der Philosophie. Als Teil eines komplexen Korpus, das aus Aristoteles’ Vorlesungen am Lykeion hervorging und nahezu alle Bereiche menschlichen Wissens abdeckt, legt die „Physik“ die theoretischen Grundlagen der Naturwissenschaft des Philosophen dar. Der grundlegendste Gegenstand der „Physik“ ist die Welt in ihrer Veränderung und ihrem Werden. Aristoteles beschreibt dieses Konzept und präsentiert zugleich seine berühmte Theorie der vier Ursachen (Wirk-, Zweck-, Stoff- und Formursache). Weitere Schlüsselbegriffe werden untersucht, darunter die Begriffe Unendlichkeit, Zeit, Kontinuum und Leere. Diese Konzepte bildeten über Jahrhunderte die Grundlage aller Theorien der Naturphilosophie. Aristoteles’ „Physik“ gipfelt in einer Analyse der Bewegung, die zur Identifizierung eines unbewegten ersten Bewegers führt: Das letzte Buch der „Physik“ erscheint somit thematisch konvergent mit Aristoteles’ spezifisch metaphysischen Überlegungen. 

In diesem Lektürekurs werden ausgewählte Passagen aus der „Physik“ eingehend untersucht, analysiert und diskutiert. Ziel des Kurses ist es, die Studierenden mit dem aristotelischen philosophischen Vokabular und seiner historisch-philosophischen Bedeutung vertraut zu machen. Methodisch zielt der Kurs darauf ab, Studierende mit einem Text vertraut zu machen, der allgemein als Klassiker der Philosophie gilt.