
Das Seminar widmet sich einer systematischen Lektüre von Andreas Reckwitz’ Buch Verlust. Ein Grundproblem der Moderne (2024). Ausgehend von der Diagnose spätmoderner Gesellschaften als „Verlustgesellschaften“ analysiert Reckwitz, wie Erfahrungen von Verlust – etwa von Sicherheit, Status, Sinn oder Zukunftserwartungen – sozial strukturiert sind und kulturell verarbeitet werden. Das Buch verbindet gesellschaftstheoretische, kultursoziologische und zeitdiagnostische Perspektiven und entwickelt Verlust als zentrales Deutungsmuster gegenwärtiger Konflikte und Krisenerfahrungen.
Im Seminar werden die zentralen Argumente des Textes rekonstruiert, konzeptuelle Begriffe geklärt und kritisch eingeordnet. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach den sozialen Bedingungen von Verlusterfahrungen, ihren politischen und kulturellen Artikulationen sowie ihrem Verhältnis zu Transformation und gesellschaftlichem Wandel. Neben der dringend erforderlichen Textlektüre steht dabei die gemeinsame Arbeit am durch das Buch angebotenen soziologischen Theoriekorpus im Mittelpunkt.
- Dozent/in: Franz Erhard