Gewöhnlich verstehen wir die Welt als eine Ansammlung vieler individueller Objekte. Aber ist die Welt tatsächlich aus individuellen Objekten aufgebaut? Der ontische Strukturenrealismus (OSR) vertritt die provokante These, dass unsere gewohnte objektbasierte Weltsicht revidiert werden muss. Ihm zufolge sind es stattdessen Strukturen, welche die Welt fundamental konstituieren. Besonders die moderne Physik scheint diese Position zu stützen: Quantenverschränkung, Feldtheorien und Relativität könnten untermauern, dass das, was wirklich ist, die Relationen sind und nicht die Einzeldinge in den Relationen. Aber kann es Relationen ohne (oder metaphysisch vor) den Dingen in diesen Relationen überhaupt geben?

 In diesem Seminar erkunden wir die philosophischen Grundlagen und Konsequenzen des OSR. Was bedeutet es, Strukturen als fundamental anzusehen? Wie verändert sich unser Verständnis von Kausalität und Naturgesetzen? Wir diskutieren zentrale Argumente für und gegen diese Position und untersuchen ihre Anwendbarkeit in verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen.

 Thematische Schwerpunkte umfassen:

 ·         Realismus

·         Das No-Miracles-Argument

·         Pessimistische Meta-Induktion

·         Die Rolle von Symmetrien und mathematischen Strukturen in der Physik

·         Das Verhältnis von Struktur und Modalität

·         Die Beziehung zwischen physikalischen und mathematischen Strukturen

·         Fundamentalität und Naturalismus