Kants kritische Philosophie beginnt mit der Veröffentlichung der ersten Auflage der Kritik der reinen Vernunft (1781) und seiner berühmten kopernikanischen Wende. In der Vorrede zu diesem Werk schreibt Kant, dass die Philosophen bis dahin davon ausgingen, dass sich unser Geist und unsere Erkenntnis den raumzeitlichen Gegenständen anpassen müssten. Dies führt zu seinem transzendentalen Idealismus, d.h. der Lehre, dass Raum und Zeit reine Formen unserer Sinnlichkeit sind und dass das, was wir erfahren, nur Erscheinungen sind, nicht die Dinge an sich selbst. Damit gibt er seine Antwort auf die berühmte Frage, wie synthetische Urteile a priori möglich sind—eine zentrale Frage über die Möglichkeit der Metaphysik. Der Kurs bietet eine Einführung in die theoretische Philosophie Kants, ohne Vorkenntnisse vorauszusetzen. Wir werden Teile der ersten Kritik und der Prolegomena lesen und einige der anhaltenden Interpretationsprobleme in der Kant-Forschung diskutieren.