Es wird ein dogmenhistorischer Rahmen der modernen Produktionswirtschaft aufgespannt. Ausgehend von der Frage, welche technologischen und institutionellen Fortschritte das zeitgenössische Industriemodell haben entstehen lassen, wird die mikroökonomische Produktionstheorie, insbesondere die Herleitung der Kostenfunktion eines Unternehmens dargestellt. Sodann werden die Grenzen dieses Optimierungsansatzes vor dem Hintergrund einer gewandelten Realität kritisch ausgelotet. Darauf aufbauend wird mit dem Supply Chain-Management die Perspektive umfassenderer Produktionssysteme eingenommen. Supply Chains werden auf Basis des Transaktionskostenansatzes analysiert. Als dritte Entwicklungsstufe erscheint die Anpassung des Supply-Chain-Ansatzes an Nachhaltigkeitsbelange. Entlang dieser drei Ausformungsstufen der Produktionswirtschaft werden diverse Gestaltungsansätze und Elemente moderner Produktionssysteme behandelt: Produktionsfunktionen, Produktdesign, Prozessanalyse, Projektmanagement, Fertigungstypen, Industrie-Layout, Kapazitätsmanagement, Beschaffung, Lean Management, Kanban, Just in Time, Produktionsplanungs- und Steuerungssysteme (PPS, MRP, ERP etc.), Supply Chain Management-Instrumente (Fisher-Modell, SCOR, APS etc.), Logistik, Distribution sowie Maßnahmen eines Sustainable Supply Chain Management. Vor diesen Hintergrund sollen Abweichungen vom Standardmodell der Produktion und Wertschöpfung eruiert werden, etwas Non-Profit-Unternehmen und der Dritte Sektor, insbesondere soziale Dienstleistungen

Die Wohlfahrtsverbände sind als freie, gemeinnützige Träger neben dem Staat der wichtigste Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland, etwa in der Kinder- und Jugendhilfe, in der Altenpflege oder im Gesundheitswesen. In der Vorlesung wird der Non-Profit-Sektor in seiner historischen Entwicklung und in seiner Funktion für die Wohlfahrtproduktion betrachtet. Es wird untersucht, warum zwischen den Sektoren Staat und Markt gemeinnützige Einrichtungen als dritter Sektor bestehen. Dabei wird auch das Spannungsverhältnis untersucht zwischen dem Anspruch der Wohlfahrtsverbände, die Interessen der Schwachen gegenüber dem Staat zu vertreten und zugleich öffentlich finanzierte Träger sozialer Dienste zu sein.